John Löser

Johns Rede zur Listenaufstellung, bei der auf Platz 18 der Landesliste gewählt wurde.

 

"Liebe Genoss*innen,

ich bin heute nicht hier, um Statistiken vorzutragen – denn beruhigende Statistiken gibt es in meinem Alltag nicht. Ich bin hier, weil sich Bilder in meinen Kopf gebrannt haben, die mich nicht loslassen – und weil ich es satt habe, dass sich nichts verändert.

Die überfüllte Notaufnahme, in der Menschen stundenlang warten. Die Kolleg*innen, die nach 12 Stunden Dienst nur noch sagen: „Ich kann nicht mehr.“, nur um dann doch am nächsten Tag wieder einzuspringen – irgendwer muss ja da sein. Die Familie, die keine Wohnung findet – während Häuser systematisch leerstehend gehalten werden.

Ich bin John-Eric Löser, 27J., Rettungssanitäter und freigestellter Betriebsrat. Ich kenne unser Land nicht aus Aktenordnern, Ich kenne es aus Nachtschichten, in denen wir im Rettungsdienst diejenigen auffangen, die das System vorher fallengelassen gelassen hat. Ich kenne es aus Verhandlungen, in denen wir uns erkämpfen mussten, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: faire Löhne, sichere Arbeitszeiten, Respekt.

Und ich kenne es aus meiner Arbeit in unserer Partei: Sei es in unserem KV mit mehrseitigen Beiträgen zum Wahlprogramm oder in der LAG Gesundheit und auch der LAG Betrieb/Gewerkschaft: Dort habe ich meine Erfahrungen bereits eingebracht – damit unsere Politik nicht abstrakt bleibt, sondern Antworten auf die Realität draußen liefert.

Denn das, was ich täglich erlebe, sind keine bedauerlichen Einzelfälle.

Nichts davon ist ein „Ausrutscher“. Das ist politisches Vollversagen und eine wissentlicheIgnoranz gegenüber der Menschenwürde, liebe Genoss*innen.


Das ist das Raster, durch das tagtäglich so viele Menschen in diesem Land fallen.
Und genau dieses Raster gilt es für uns zu fassen – und zu zerreißen.


Wenn Krankenhäuser geschlossen werden, während Milliarden in Panzer gesteckt werden, dann ist das kein Zufall, sondern eine ganz bewusste Entscheidung – gegen die Menschen in diesem Land. Wenn Pflegekräfte erst beklatscht und im Anschluss dann weiter verheizt werden, dann ist das nicht Dankbarkeit - Das ist Ausbeutung mit Ansage.
Und so lange Arbeit krank macht, während Vorstände Fördergelder an Aktionäre verprassen und Rekordgewinne feiern, dann ist das nichts anderes als eine politische Mittäterschaft.

Und genau bei diesen Themen, Liebe Genoss*innen, möchte ich mich einsetzen.
Darum kandidiere ich heute auf der Landesliste. Weil wir dort eine starke Stimme für die Beschäftigten brauchen – für die Kolleg:innen, die jede Woche Überstunden leisten, damit das System nicht endgültig zusammenbricht. Weil wir dort jemanden brauchen, der nicht nur über Arbeitskämpfe und Streiks redet, sondern sie selbst erlebt hat. Und weil wir dort jemanden brauchen, der die Realität der Notfallversorgung insbesondere des ländlichen Raumes und der Daseinsfürsorge nicht nur aus Studien kennt, sondern aus der eigenen Erfahrung.

Sei es in unserem KV mit mehrseitigen Beiträgen zum Wahlprogramm oder in der LAG Gesundheit und auch der LAG Betrieb/Gewerkschaft: Dort habe ich meine Erfahrungen eingebracht – damit unsere Politik nicht abstrakt bleibt, sondern Antworten auf die Realität draußen liefert.

Danke.