Die Gäubahn muss bleiben!

Stellungnahme von Lars Hofmann, Direktkandidat zur Landtagswahl in Konstanz, zur Zukunft der Gäubahn

Die Gäubahn ist weit mehr als eine regionale Bahnstrecke. Sie ist eine zentrale Lebensader für den gesamten südlichen Landesteil, für Pendlerinnen und Pendler, für Studierende, für den Wirtschaftsstandort Bodensee und für den internationalen Bahnverkehr Richtung Schweiz. Wer es mit gleichwertigen Lebensverhältnissen, mit Klimaschutz und mit einer ernsthaften Verkehrswende ernst meint, darf die Gäubahn nicht länger stiefmütterlich behandeln.

Durch das Projekt Stuttgart 21 droht der Gäubahn eine jahrelange Abkopplung vom Stuttgarter Hauptbahnhof. Statt einer direkten Verbindung soll die Strecke mindestens bis in die 2030er Jahre in Stuttgart-Vaihingen enden – mit Umstieg in die ohnehin überlastete S-Bahn. Für die Menschen in der Region Konstanz, im Hegau und im Kreis Rottweil bedeutet das längere Reisezeiten, mehr Umstiege und eine deutlich höhere Störanfälligkeit. Das ist ein massiver Rückschritt und steht im klaren Widerspruch zu allen verkehrs- und klimapolitischen Zielen des Landes.

Besonders problematisch ist, dass diese Verschlechterung nicht das Ergebnis unvermeidbarer Sachzwänge ist, sondern die direkte Folge politischer Entscheidungen. Anstatt bestehende, funktionierende Infrastruktur zu erhalten und auszubauen, wird sie zugunsten eines Großprojekts geopfert, dessen Nutzen seit Jahren umstritten ist. Die geplante Lösung – der sogenannte Pfaffensteigtunnel – ist kein Zukunftsprojekt, sondern ein milliardenteures Reparaturvorhaben für selbst verursachte Probleme. Dieses Geld fehlt dann dort, wo es dringend gebraucht würde: beim durchgehenden zweigleisigen Ausbau der Gäubahn, bei der Elektrifizierung von Strecken und bei der Verbesserung der Zuverlässigkeit im Alltag.

Für die Region Konstanz ist die Gäubahn ein entscheidender Standortfaktor. Viele Menschen sind auf eine verlässliche Schienenanbindung nach Stuttgart angewiesen – sei es für Arbeit, Ausbildung oder internationale Verbindungen. Eine dauerhafte Schwächung dieser Achse würde die strukturellen Nachteile des ländlichen Raums weiter verschärfen und den Umstieg vom Auto auf die Bahn unattraktiver machen. Das können und dürfen wir uns angesichts der Klimakrise nicht leisten.

Ich setze mich deshalb klar für den Erhalt der direkten Anbindung der Gäubahn an den Stuttgarter Hauptbahnhof ein. Notwendig ist ein Kurswechsel in der Bahnpolitik: weg von Prestigeprojekten, hin zu einer am Gemeinwohl orientierten Infrastrukturpolitik. Dazu gehört, bestehende Strecken zu sichern, Kapazitäten auszubauen und Entscheidungen transparent sowie unter neuen verkehrlichen und finanziellen Rahmenbedingungen zu überprüfen.

Die Menschen am Bodensee und entlang der Gäubahn haben Anspruch auf eine leistungsfähige, zuverlässige und klimafreundliche Bahnverbindung. Dafür will ich mich im Landtag einsetzen.

Meine Rede zur Mahnwache gegen den US-Angriff auf Venezuela

Ein Präsident, dessen Hybris soweit reicht, dass er einen Genozid unterstützen, ein halbes Dutzend Länder bombardieren und unzählige mehr bedrohen kann und der sich zugleich als Friedenpräsident und quasi natürlichen Anwärter auf den Friedensnobelpreis deutet, 

dieser Präsident erklärt unverhohlen seinen Anspruch auf ein anderes Land.

Aber die Bundesregierung und die hohen Vertreter der EU stehen wie ein Mann.

Imperialistische Drohungen werden nicht akzeptiert.
Sie machen unmissverständlich klar: Das Völkerrecht gilt. Immer. Naja: Fast. Oder manchmal.

Zumindest ist das im Fall Grönlands so. Immerhin.

Kaum richtet sich Donald Trumps Anspruch auf Europa, da findet selbst die CDU klare Worte.
Plötzlich ist da von territorialer Integrität die Rede.
Von Unantastbarkeit von Grenzen.
Von Völkerrecht ohne Wenn und Aber.

Aber wenn genau dieselbe US-Regierung – derselbe Präsident
in Venezuela mit militärischer Gewalt handelt, in einen souveränen Staat eindringt und dessen Präsidenten entführt,
sagt die CDU: Die Lage sei komplex. Rechtlich können wir hier nicht entscheiden. Lieber warten wir mal ab.

Komplex?
Was bitte ist daran komplex?

Wer fremde Schiffe kapert oder versenkt,
wer militärisch in andere Staaten eindringt,
wer glaubt, er könne mit Fantasie-Anklagen die Bürger eines fremden Staates belangen,
wer öffentlich erklärt, er wolle dort die Regierung übernehmen,

und sich die Rohstoffe unter die Nägel krallen will –
der bricht – OFFENSICHTLICH – internationales Recht. Punkt.

Das ist nicht kompliziert.
Das ist eindeutig. 

Keine einzige sachverständige Person des Völkerrechts lässt hier Zweifel aufkommen.

 

Natürlich ist das kein neues Phänomen, aber die Unverfrorenheit von Trump und der Kadavergehorsam der europäischen Politik – mit Ausnahme Spaniens – haben schon eine neue Qualität. Ja, auch Bush hat Länder überfallen, Obama hat die Welt mit Drohnen überzogen und Biden hat einen Genozid unterstützt: Trump Übermaß konnte nur in der Kombination all dieser Verbrechen bestehen.


Die Geschichte Lateinamerikas ist voll von Beispielen des US-Imperialismus:

  • 1954 organisierten die USA in Guatemala einen Putsch gegen Präsident Jacobo Árbenz, weil seine Landreformen US-Konzerne wie die United Fruit Company bedrohten.
  • In den 1970er- und 1980er-Jahren unterstützten die USA Militärdiktaturen in Chile, Argentinien und Brasilien, finanzierten Geheimdienste, lieferten Waffen und halfen bei der Unterdrückung politischer Gegner.
  • 1983 marschierten US-Truppen in Grenada ein, 1989 in Panama – beides ohne UN-Mandat, beides als „Schutz amerikanischer Interessen“ gerechtfertigt.
  • In den 1980er-Jahren finanzierte die CIA die Contras in Nicaragua, um die Sandinisten zu stürzen – trotz massiver Menschenrechtsverletzungen.

All das zeigt: es geht nicht um Recht oder Drogen– es geht um Einflusssphären und Rohstoffe. Und auch wir, die Politik und Medien der BRD behandeln Lateinamerika so, als wäre es tatsächlich der Hinterhof der USA, in dem diese schalten und walten darf, wie es ihr gefällt. Wenn sich China aber in seinem Hinterhof im selben Maße aufführen würde, dann wäre die Bewertung gewiss nicht komplex!

Wenn Imperialismus europäische Staaten berührt, ist man empört.
Wenn Imperialismus den globalen Süden trifft, wird weggesehen.
Wenn Imperialismus wirtschaftlich oder strategisch „nützlich“ erscheint, wird geschwiegen.

Das ist keine völkerrechtlich fundierte Außenpolitik.
Das ist Doppelmoral. Das ist Heuchelei!

In Bezug auf Venezuela sagen CDU-Politiker offen, man dürfe jetzt keinen Streit mit Trump anfangen.
Nicht, weil es irgendwas rechtlich unklar wäre –
sondern weil die Tatsachen und ihre Folgen politisch unbequem ist.
Weil man Trump noch „braucht“.
Für die Ukraine.
Für die NATO.
Für die eigene geopolitische Rechnung.

Ich sage euch:
Wer das Völkerrecht vom strategischen Nutzen abhängig macht, verrät es.

In diesen Tagen steht nicht nur die Souveränität Venezuelas auf dem Spiel, oder die Existenz der Palästinensischen Bevölkerung, es ist das Völkerrecht, das durch wahnsinnige Despoten und ihre willfährigen Unterstützer bedroht wird.

Wir sagen heute klar:

Kein Imperialismus,

Kein Kolonialismus,

Nicht in unserem Namen.

Unsere Solidarität gilt den Menschen – nicht den Machtfantasien von Präsidenten.
Unsere Loyalität gilt dem Recht – nicht den Interessen von Imperien und Potentaten.
Und unser Nein zum Imperialismus ist nicht verhandelbar –
weder geografisch noch strategisch.

Nein zu Trumps Venezuela-Politik!
Nein zur Heuchelei der Bundesregierung! 
Ja zum Völkerrecht – überall und ohne Ausnahme!

El pueblo unido jamás será vencido!'

Danke euch

Meine Rede zum Protest gegen die Überwachung durch Palantir am 13.12.

Liebe Genoss*innen, liebe Mitstreiter*innen, mein Name ist Lars und ich spreche heute für DIE LINKE Konstanz.

Als wir uns zuletzt in ähnlicher Konstellation getroffen haben – im Mai, hier auf der Straße – standen wir zusammen für Lorenz.
Für einen 21-jährigen jungen Menschen. Unbewaffnet.
Weit weg von jeder Bedrohung. Und trotzdem von einem Polizisten drei Mal in den Rücken geschossen.

Wir haben gesagt: Wir lassen nicht zu, dass sein Tod vergessen wird. Und wir stehen heute wieder hier, weil wir wissen: Diese Gefahr ist real.
Ich habe damals erzählt, wie ich 2006 – noch minderjährig – zum ersten Mal festgenommen wurde. Ohne Eltern. Ohne Anwalt. 

Erkennungsdienstlich behandelt, fotografiert, Fingerabdrücke genommen, gezwungen, mich auszuziehen. Stundenlang festgehalten. Psychischer Druck, ein Geständnis zu erzwingen, das ich nie abgegeben habe. 
Keine Rechte. Keine Stimme. Keine Möglichkeit, mich zu schützen.

Als meine Mutter endlich kam, schickte man mich auf Socken nach Hause. Dieses Gefühl von Machtlosigkeit hat sich eingebrannt. Mir wurde klar, was passiert, wenn staatliche Macht unkontrolliert bleibt. So schlimm meine Erfahrung war – andere trifft es härter. Manche überleben Polizeigewalt nicht. Lorenz war einer von ihnen, einer von Vielen. Und genau deshalb sind wir heute hier.

Weil wir die Übergriffe der Polizei nicht einfach hinnehmen wollen! 

Weil wir die Untätigkeit der Justiz nicht hinnehmen wollen! 

Weil wir die Ignoranz der Politik und der Medien nicht mehr hinnehmen wollen!

Sie wollen mehr Kontrolle, und versprechen mehr Sicherheit! Was sie stattdessen schaffen, ist mehr Unsicherheit, mehr Angst, mehr Schutzlosigkeit! Freund und Helfer? Eine Farce!

Das zeigte sich einmal mehr in Gießen! Tausende Menschen auf der Straße, um gegen die Gründung einer AfD-Jugend zu protestieren.
Menschen, die Faschismus nicht hinnehmen wollen.

Und was passiert? Schlagstöcke! Pfefferspray! Wasserwerfer – selbst im Winter! Kampfgeschrei! Reiterstaffeln! Antifaschist*innen wie Feinde behandelt! Rechte geschützt! Linke kriminalisiert! Polizeigewalt als politisches Werkzeug! Kein Fehler. Ein System.

Während draußen Menschen ihre Grundrechte wahrnehmen, verletzen sich Polizist*innen gegenseitig, stolpern, stürzen oder treffen sich selbst mit Pfefferspray – und gleichzeitig werden diese Unfälle als Gewalt gegen die Polizei gewertet. Das Ziel ist klar: Den legitimen Protest delegitimieren.

Über 50 Beamte sollen verletzt worden sein, doch die Hälfte der Fälle zeigt: das Chaos entsteht durch die eigene Eskalation! Wer trägt die Verantwortung? Nicht die Protestierenden, nicht die antifaschistischen Menschen auf der Straße – sondern die Polizei, die jede Maßnahme eskalieren lässt, statt zu deeskalieren.

Blockaden werden aufgelöst, Straßen geräumt, Wasserwerfer eingesetzt – alles unter dem Deckmantel „Sicherheit“. Aber wer schützt die Demonstrierenden, die friedlich ihre Meinung sagen? Wer schützt die Menschen, die für Freiheit und Demokratie auf die Straße gehen? Journalist*innen werden behindert, Grundrechte eingeschränkt, Gerichte müssen erst entscheiden, dass demonstriert werden darf – während die Polizei mit voller Wucht einschreitet.

Gießen zeigt, wie tief die strukturelle Gewalt der Polizei sitzt: Während Rechte reden, werden Linke geschlagen. Während die Straße blockiert wird, verletzt sich die Polizei selbst im Chaos – und macht die Menschen zu Schuldigen, die für ihre Freiheit kämpfen. Das ist kein Versagen – das ist System.

Und die Medien? Teil des Problems. Am Montag nach Gießen behauptete der Deutschlandfunk ohne gesicherte Faktenlage, die auf den Demozug zurennende Polizei – wir kennen die Bilder – hätte die Teilnehmerinnen gewarnt. Die Aktivistinnen vor Ort erzählen eine andere Geschichte. Es ist ein weiteres Beispiel von Ausschreitungen durch die Polizei. Geschützt durch die Medien, die die Gegenproteste verzerren und deren Gewalttätigkeit aufbauschen. Auch deshalb sind wir Hier.

Und während der Staat linke Proteste niederknüppelt, passiert in Bochum etwas unfassbares! Ein 12-jähriges gehörloses Mädchen, auf Hilfe angewiesen, wird von der Polizei angeschossen! Statt Kommunikation: Waffen! Statt Hilfe: Schüsse! Statt Schutz: ein schwer verletztes Kind! 

Vier Polizist*innen gegen ein Kind! Keine Bodycam. Keine Deeskalation. Kein Krisenteam! Dieses System ist völlig unvorbereitet, wenn es um Menschen geht, die nicht ins Schema passen! 

Die Presse schreibt, das Mädchen sei „kräftig“ gewesen, sie habe zwei Messer in der Hand gehalten – es ist die Geschichte der Polizei. Fakt ist: es handelte sich um ein Kind! in Not! Und trotzdem wird sie von einem hochgerüsteten Apparat niedergeschossen! Niemand fragt, niemand spricht, niemand schützt! Nur Gewalt, nur Panik, nur Machtmissbrauch! Und wir fragen: Wo ist der Schutz für die Schwächsten? Dieses System versagt – immer wieder! Keine Aufklärung, keine Gerechtigkeit! Genau deshalb stehen wir hier!

Ein Abgeordneter aus Sachsen wurde in Riesa bei Protesten gegen einen AfD-Bundesparteitag von Polizist*innen bewusstlos geschlagen. Trotzdessen er sich als Landtagsabgeordneter ausgewiesen hatte. Die Politik in Sachsen versprach Aufklärung. Was ist passiert? Nichts. Die Justiz befragte nur die Polizist:innen, und legte den Fall zu den Akten. Keine Kontrolle, keine Aufarbeitung, keine Gerechtigkeit. Und Nam ist kein Einzelfall.

Riesa. Gießen. Bochum. Lorenz. Und viele andere. Wer sich gegen rechte Strukturen stellt oder verletzlich ist, wird nicht geschützt – er wird zur Gefahr erklärt. Das ist keine Ausnahme. Das ist strukturelle Gewalt. Deshalb fordern wir 

unabhängige Ermittlungsstellen bei Polizeigewalt, 

Kennzeichnungspflicht für alle Einsatzkräfte, das Verbot von Racial Profiling, 

Abrüstung der Polizei und den Verzicht auf unkontrollierte Überwachungssoftware wie Palantir,

die demokratische Kontrolle der Sicherheitsbehörden, Entnazifizierung statt Wegschauen und mehr soziale Arbeit statt Repression.

Polizei darf keine Macht ohne Kontrolle sein. Wir stehen hier, weil wir nicht akzeptieren, dass Menschen entrechtet, erniedrigt oder erschossen werden – und niemand dafür zur Rechenschaft gezogen wird.

Wenn wir all das sehen – von Gießen bis Bochum, von Lorenz bis zu zahllosen Fällen, die nicht in den Schlagzeilen landen – dann wird eines klar: ACAB ist keine Beschimpfung! ACAB ist notwendige Systemkritik!

Dieses System schützt nicht die Schwachen. Es schützt sich selbst. Es normalisiert Gewalt. Es tritt die Rechte der Schwächsten mit Füßen. Und genau deshalb stehen wir hier. Nicht nur zum Gedenken. Nicht nur zum Protestieren. Sondern um Veränderung zu erzwingen. Wir sagen laut: Keine Gerechtigkeit – kein Frieden! Die Straße gehört uns – nicht der Staatsgewalt! Wir vergessen nicht – wir vergeben nicht! Es ist Zeit, das System zu ändern.

Meine Rede

bei der Mahnwache gegen die Festsetzung der Flottille

Wir stehen heute nicht hier, weil es jetzt Menschen aus westlichen Staaten sind, die angegriffen werden. Wir stehen regelmäßig hier – das wisst ihr – weil Menschen getötet und das internationale Recht mir Füßen getreten wird. Seit fast zwei Jahren fallen fast täglich Bomben auf Menschen, auf Schulen und Krankenhäuser. Eine Landschaft, eine Heimat, eine Geschichte wird zur Ruine, in der nur noch Tote hausen können. Wir haben uns daran gewöhnt, dass Kinder auf offener Straße hingerichtet werden, dass Sanitäter*innen erschossen werden, dass Menschen willentlich an Hunger sterben. Der ewige Malstrom an Bildern der Opfer israelischer Bomben und Kugeln, die wir täglich aufs Neue sehen können, lässt uns an der Menschheit zweifeln: Das Gefühl der Ohnmacht, der Hilflosigkeit gegenüber all der Gräuel, lässt uns hoffnungslos zurück. So kann es nicht weitergehen!

Heute stehen wir hier, weil es die Internationale Solidarität ist, die mit Füßen getreten wird. Und diese Internationale Solidarität ist das einzige Mittel, dass wir angesichts des Schweigens unserer Regierung haben. Wir stehen heute hier, um unsere Unterstützung zu zeigen, die die Bundesregierung einmal mehr verweigert.

Wir sind hier, um gegen die Festsetzung der Flotilla und die Entführung ihrer Besatzungen zu demonstrieren. Menschen, Zivilist*innen aus verschiedenen Ländern, haben sich zusammengefunden, um Hilfsgüter nach Gaza zu bringen. Das ist ihr Verbrechen in der Lesart Israels. Wir alle wollen heute unsere Solidarität mit ihnen zu zeigen! Danke für euren Mut! Es ist ein Zeichen von Hoffnung, das die Flotilla sendet, nicht nur an die darbende Bevölkerung Gazas, sondern auch an uns, dass wir endlich den Mut finden, aufzustehen. Politik und Medien werden sich nicht von allein bewegen, es braucht den Druck von der Straße, auf dass sie nicht mehr weg sehen können.

Dass das israelische Vorgehen illegal ist, darin bestehen keine Zweifel: Israel hat die Schiffe auf dem offenen Meer gekapert. Aber es ist mehr als das: Schwer bewaffnete Militäreinheiten entern nachts zivile Schiffe, um sie davon abzuhalten, Nahrung, Medikamente und Hygieneprodukte an eine ausgehungerte Bevölkerung zu liefern. Allein das ist ein Verbrechen an der Menschlichkeit! Welchem Zweck kann es dienen, außer die katastrophalen Zustände, das menschengemachte Elend, aufrechtzuerhalten und immer neue Opfer zu fordern? Welche Regierung hat Angst vor Essen? Diese Bilder gehen um die Welt und zeigen einmal mehr, dass Israel jedes Mittel recht scheint, menschliches Leid zu potenzieren. Wer kann das noch Verteidigung nennen?

Nun werden abermals Zivilist*innen verschiedener Nationen von Israel widerrechtlich festgehalten. Andere Regierungen protestieren - und die deutsche Regierung? Sie tut das, was sie seit zwei Jahren geübt hat: Die Verbrechen der israelischen Regierung verschweigen. Aber auch das ändert nichts! Mögen die Politiker*innen ablenken, die öffentlich rechtlichen Medien nur noch Kochsendungen zeigen und die Springerpresse weiter ihre offenen Lügen verbreiten: Die Wahrheit lässt sich nicht mehr unterdrücken.

Und wenn sie die Hilfsschiffe kapern, kapern wir die Straßen! 
Nach einer langen Zeit des Schweigens, des Wegsehens und der naiven Hoffnung scheint sich nunmehr das Blatt gewendet zu haben: der Widerstand wächst und er ist international!
Kolumbien weist israelische Diplomat*innen aus und kündigt das Freihandelsabkommen auf. Italienische Gewerkschaften rufen zum Generalstreik auf. Spontane Demos in Griechenland, in der Türkei, in Belgien, Spanien und Frankreich. Zahlreiche Blockaden von Bahnhöfen und Häfen! Selbst in Deutschland wagen es die Menschen, laut ihren Protest zu äußern.

Wir fordern: dieser Völkermord muss endlich enden. Die deutschen Waffenlieferungen müssen endlich endlich enden. Die Straflosigkeit Israels muss endlich enden! Das Leid der palästinensischen Bevölkerung muss endlich enden!

Das fordern wir hier in Konstanz, und zugleich zahlreiche Menschen in Ravensburg, und überall in diesem Land. Heute, morgen und an jedem weiteren Tag dieses Unrechts.


Schön, dass ihr hier seit! Bleibt laut, bleibt kämpferisch!

Hoch die Internationale Solidarität!

Lars Hofmann

Ja, sie kennen ihn bereits

Nach einem erfolgreichen Bundestagswahlkampf hat Lars weder die Lust noch die Laune verloren, in Konstanz und Umgebung für linke Politik zu kämpfen. 


 

Lars Rede zur Listenaufstellung soll hier als Vorstellung dienen:

"Liebe Genoss*innen,

mein Name ist Lars Hofmann, ich bin 36 Jahre alt, Verkäufer im Einzelhandel und Sprecher unseres Kreisvorstands in Konstanz. Seit Ende 2023 bin ich Mitglied der LINKEN, 2025 war ich bereits Bundestagskandidat, jetzt bin Landtagskandidat im Wahlkreis Konstanz.

Ich habe noch nicht sehr viel Jahre Parteierfahrung – aber als Sohn einer alleinerziehenden Mutter habe ich ein Leben lang Erfahrung mit Prekarität, ich habe 14Jahre Erfahrung mit schlechten Arbeitsbedingungen, miesem Lohn und Schichtarbeit. Ich erlebe jeden Tag, wie dieses System uns auspresst.

Im Handel schuften wir unter Dauerstress: Personalmangel, Überstunden, schlechte Bezahlung – und gleichzeitig sehe ich jeden Tag, dass sich immer mehr Menschen das Nötigste nicht mehr leisten können. Viele Kolleg*innen müssen zusätzlich Mini-Jobs annehmen, damit sie überhaupt über die Runden kommen. Kolleg*innen mit Burnout sind längst keine Seltenheit. Viele leiden unter Schlafstörungen durch den Schichtdienst. Schichtdienstleistende sind häufiger krank und statistisch gesehen kürzer lebend. Das Privatleben leidet – man hat kaum noch Zeit für die eigenen Kinder, Partner*innen oder Freund*innen. Und während wir am Limit arbeiten, wollen Union und SPD den 8-Stunden-Tag aushebeln und die Arbeitszeit weiter ausdehnen. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass diese Politik nicht die Interessen der Beschäftigten, sondern die der Konzerne vertritt. Und ich habe es verdammt nochmal satt! Wir brauchen Entlastung, nicht noch mehr Belastung!

Genau diese Erfahrungen haben mich motiviert, mich gewerkschaftlich und parteilich zu engagieren. Ich bin Gewerkschafter durch und durch. Ich habe auf Streiks gestanden, Reden auf ver.di-Demos gehalten und jeden Tag erlebt, wie viel wir erreichen können, wenn wir uns gemeinsam bewegen. Solidarität ist kein Wort auf dem Papier, sondern gelebter Widerstand: im Betrieb, auf der Straße, in der Politik.

Aber der Kampf endet nicht am Betriebstor. Wer für soziale Gerechtigkeit kämpft, darf nicht schweigen, wenn Menschen gegeneinander ausgespielt werden – Beschäftigte gegen Erwerbslose, Einheimische gegen Geflüchtete. Wir müssen Gesicht zeigen: gegen Rassismus, gegen Rechtsruck, gegen Krieg und Aufrüstung. Jeder Euro, der in Panzer gesteckt wird, fehlt in Kitas, Schulen, beim ÖPNV.

Darum trete ich an: für gute Arbeit und faire Löhne, damit niemand trotz Vollzeit arm sein muss. Ich will, dass Tarifbindung gestärkt wird, dass es mehr Personal gibt und ein Ende der Befristungen. Ich trete an für Solidarität und Zusammenhalt – egal ob im Betrieb, im Viertel oder international. Wir müssen füreinander einstehen, statt uns spalten zu lassen. Und ich trete an für Frieden statt Aufrüstung, denn das Geld gehört nicht in Kriege, sondern in Schulen, Kitas, Krankenhäuser und einen starken ÖPNV.

Unsere Gegnerinnen sitzen oben: Konzerne, Rüstungslobby, rechte Hetzer*innen. Unsere Stärke liegt unten – bei uns, den Beschäftigten, den Erwerbslosen, den Mieter*innen, den Geflüchteten. Gemeinsam können wir eine Politik durchsetzen, die auf unserer Seite steht.

Ich will im Landtag eine Stimme sein für alle, die sonst keine haben: für die Verkäufer*innen an der Kasse, die Pflegekräfte, die Nachtschichten schieben, die Alleinerziehenden, die nicht wissen, wie sie die Miete zahlen sollen.

Aber ich trete nicht nur für einzelne ein – ich trete für uns alle ein. Für die Beschäftigten, die Erwerbslosen, die Mieter*innen, die Geflüchteten. Für eine Politik, die Menschlichkeit, Solidarität und Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellt – und die sich klar gegen die menschenfeindliche und rassistische Politik von CDU und AfD stellt.

Lasst uns gemeinsam laut werden! Lasst uns deutlich machen: Wir lassen uns nicht spalten, wir lassen uns nicht ausbeuten, wir lassen uns nicht einschüchtern! Wir stehen zusammen – Solidarität ist unsere Stärke, Zusammenhalt unsere Waffe!

Gebt mir euer Vertrauen und helft mir, in den Landtag zu kommen – als Gegengewicht zur Politik der Ungerechtigkeit, zur Politik der Ausbeutung, zur Politik der Angst. Gemeinsam drehen wir Baden-Württemberg auf Links!

Dankeschön!"