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Wohnraum ist Menschenrecht und keine Ware! Drucken E-Mail
Donnerstag, 20. August 2009
Unter diesem Motto unterstützten wir als linksjugend['solid] und dielinke.SDS Hochschulgruppe Uni Konstanz am späten Samstag-Nachmittag (09.07.2011) die Wohnraum-für-alle-Demo der Initiative Recht-auf-Stadt Konstanz. Ca. 100 Studierende, SchülerInnen, Auszubildende und UnterstützerInnen tanzten auf der rund zweieinhalbstündigen Demo von der Marktstätte bis zur Chérisy und protestierten damit gegen die allgemeine Wohnraumpolitik der Stadt.

Ehrlicher Weise beteiligten sich die JuSos der Stadt Konstanz nicht an den Protesten. Im Uni-Wahlkampf noch großspurig mit einem Plakat „Sozial ist, was Wohnraum schafft – wir kämpfen für bezahlbaren Wohnraum“ aufgetreten, besannen sich die JuSos wieder einmal darauf, dass die nächsten Uni-Wahlen erst wieder in einem Jahr stattfinden. Zudem wäre es unpassend gewesen, für sinkende Mieten zu protestieren, während ein JuSo als studentischer Vertreter im Seezeit-Verwaltungsrat, dem Seezeit-Wirtschaftsplan 2011 zugestimmt hat, der NeuunterzeichnerInnen von Seezeit-Mietverträgen seit diesem Sommersemester um bis zu 41,-€ teurere Zimmer im Monat beschert.

Soziale Schieflagen beseitigen!
Steigende Mieten, die Umwidmung der ehemaligen Studierendenwohnheime im Gottfried-Keller zu Beamtenwohnungen, die geplante Uni-Erweiterung, welche die soziale Schieflage in der Stadt langfristig weiter verschärfen wird, sowie die allgemeine kapitalistische Tendenz, Wohn- und Freiräume als Geldquelle und nicht als Menschenrechte zu begreifen – das waren unsere Hauptkritikpunkte auf der Demonstration.

Mehrfach wurde in den Redebeiträgen die Schieflage an den leerstehenden Gottfried-Keller-Häusern angeprangert, die der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gehören. Sie sollen demnächst als Beamten-Wohnungen weitergenutzt werden. Dies verschlimmert die extreme Lage nur noch weiter. Wieder einmal wird vergleichsweise günstiger Wohnraum verteuert und damit die Gesamtsituation in der Stadt weiter verschlimmert.

Dass diese Gebäude dem Studentenwerk Seezeit zu teuer wurden, ist eindeutig verfehlte Landes- und Bundespolitik. Das Studentenwerk benötigt dringend mehr Zuschüsse. Es ist aus unserer Sicht Aufgabe der neuen Landesregierung, ihrer sozialen Verpflichtung hier nachzukommen. Wir als linksjugend['solid] sowie als dielinke.SDS Uni Konstanz werden den Regierungswechsel auch daran messen. Die Regierung Kretschmann hat hier die Möglichkeit, die Verfehlungen der Schröder-Regierung wett zu machen, wonach die BImA die Mieten nicht mehr dem örtlichen Bedarf anpassen kann, sondern gehalten ist, sich am Durchschnitt des örtlichen Mietspiegels zu orientieren.

An uns liegt es jetzt hingegen, den Protest wachsen zu lassen. Während des Verteilens der Infoflyer zur Demo bekamen wir von den Studierenden im persönlichen Gespräch durchweg positives Feedback. Dieses wollen wir nutzen. Eine weitere Demo – selbstverständlich dann außerhalb von Prüfungsstress-Zeiten – muss genau wie die Suche nach einer langfristigen Problemlösung alsbald folgen.

Denn es bleibt dabei: Wohnraum muss auch in einer Ferien- und Studierendenstadt bezahlbar für alle sein, denn sie alle leiden darunter: SchülerInnen, Studierende, GeringverdienerInnen, Erwerbslose sowie Obdachlose – ihrer aller Situation gilt es zu verbessern.

Autor: RF
Letzte Aktualisierung ( Montag, 18. Juli 2011 )
 
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